Raumakustik im Großraumbüro verbessern

Raumakustik im Großraumbüro verbessern
Großraumbüros haben ein Akustikproblem, das sich in Zahlen fassen lässt: Die durchschnittliche Nachhallzeit in einem unbeschalteten Büro mit glatten Wänden und Betondecke liegt bei 1,2 bis 1,8 Sekunden. Der empfohlene Wert für Büroarbeit liegt bei 0,5 bis 0,6 Sekunden. Diese Lücke ist der Grund, warum Gespräche am anderen Ende des Raums so deutlich zu hören sind und warum konzentriertes Arbeiten oft nur mit Kopfhörern gelingt.
Warum Lärm im Büro teuer ist
Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen, dass Beschäftigte in lauten Büroumgebungen bis zu 66 % länger für komplexe kognitive Aufgaben brauchen. Jede Unterbrechung durch Lärm kostet durchschnittlich 23 Minuten, bis die vorherige Konzentration wiederhergestellt ist. Bei 40 Unterbrechungen pro Tag summiert sich das zu einem erheblichen Produktivitätsverlust.
Die drei Stellschrauben der Raumakustik
1. Absorption
Schallabsorber wandeln Schallenergie in Wärme um. Je mehr absorbierende Fläche vorhanden ist, desto kürzer die Nachhallzeit. Typische Absorber im Büro:
- Deckenabsorber (Baffeldecken, Deckensegel): Größter Hebel, weil die Decke die größte zusammenhängende Fläche ist
- Wandabsorber (Akustikpaneele, Filzplatten): Besonders wirksam an gegenüberliegenden Wänden, um Flatterechos zu unterbinden
- Teppichboden: Absorbiert Trittschall und reduziert hochfrequente Reflexionen
- Möbel mit Stoffbezug: Polsterstühle, Sofas und Vorhänge tragen mehr bei, als man denkt
2. Schirmung
Schallschirme blockieren den direkten Schallweg zwischen Quelle und Empfänger. Dazu zählen:
- Stellwände ab 1,40 m Höhe (unterhalb dieser Höhe ist der Effekt minimal)
- Regale und Aktenschränke als natürliche Raumteiler
- Schallschutzkabinen für Telefonate und Videokonferenzen
SilentBox liefert Akustiklösungen für Großraumbüros europaweit, von der Einzelkabine bis zur Meeting-Kabine für sechs Personen. Die Modelle Solo, Duet und Quartet lassen sich flexibel in bestehende Grundrisse integrieren.
3. Zonierung
Ein akustisch durchdachtes Großraumbüro teilt die Fläche in Zonen mit unterschiedlichen Lärmpegeln:
- Ruhezone (max. 40 dB): Konzentration, Einzelarbeit, kein Telefon
- Normalzone (max. 50 dB): Standardarbeit, leise Gespräche
- Kommunikationszone (bis 60 dB): Telefonate, Besprechungen, Teamarbeit
Die Übergänge zwischen Zonen sollten durch Stellwände, Pflanzen oder Möbel markiert sein. Akustikkabinen eignen sich besonders gut als Grenze zwischen Kommunikations- und Ruhezone.
Nachhallzeit messen und bewerten
Die Nachhallzeit T60 beschreibt, wie lange ein Schallereignis braucht, um um 60 dB abzuklingen. Im Büro misst man typischerweise in den Oktavbändern 250 Hz bis 4.000 Hz. Für eine grobe Ersteinschätzung reichen Apps wie „Room Acoustics" (iOS) oder „Reverb Time" (Android). Für verbindliche Werte braucht man einen Akustiker mit normgerechter Messtechnik.
Die DIN 18041 gibt Orientierung: Für Büroräume wird ein Wert von 0,5 s bei mittleren Frequenzen empfohlen. Die ASR A3.7 ergänzt, dass der Beurteilungspegel an Büroarbeitsplätzen 55 dB(A) nicht überschreiten sollte.
Praktische Maßnahmen nach Wirksamkeit
| Maßnahme | Wirkung auf Nachhallzeit | Kosten | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Deckensegel (50 % Fläche) | -0,4 bis -0,6 s | mittel | mittel |
| Teppichboden statt Fliesen | -0,2 bis -0,3 s | mittel | hoch |
| Wandabsorber (20 % Wandfläche) | -0,1 bis -0,2 s | gering | gering |
| Stellwände mit Absorption | -0,1 s + Schirmung | gering | gering |
| Schallschutzkabinen | punktuell (in der Kabine bis -35 dB) | mittel-hoch | gering |
Die Kombination aus Deckensegeln und Stellwänden bringt in den meisten Büros das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Kabinen von SilentBox ergänzen das Konzept dort, wo vollständige Abschirmung nötig ist.
Häufige Fehler
Nur Absorber, keine Schirmung. Absorber senken den Nachhall, aber das direkte Gespräch vom Nachbartisch bleibt hörbar. Stellwände oder Kabinen sind unverzichtbar, wenn Menschen auf engem Raum telefonieren.
Absorber nur an einer Wand. Einseitige Behandlung erzeugt asymmetrische Akustik. Besser: gegenüberliegende Flächen gleichermaßen behandeln.
Zu viel Absorption. Räume, die komplett mit Absorber ausgekleidet sind, fühlen sich „tot" an. Das ist akustisch korrekt, aber psychologisch unangenehm. Ein gewisser Rest-Nachhall (0,4 bis 0,5 s) gibt dem Raum Lebendigkeit.
Der Zusammenhang mit Lärmschutzvorschriften
Die ASR A3.7 verpflichtet Arbeitgeber, bei überwiegend geistiger Tätigkeit einen Beurteilungspegel von 55 dB(A) einzuhalten. Wer diesen Wert dauerhaft überschreitet, muss Maßnahmen ergreifen. Mehr dazu im Beitrag über Lärmschutz am Arbeitsplatz und die ASR A3.7.
Auch der Blick auf Schallschutzkabinen als konkretes Werkzeug lohnt sich, wenn Absorption und Zonierung allein nicht ausreichen.
Fazit
Gute Raumakustik im Großraumbüro entsteht durch die Kombination aus Absorption, Schirmung und Zonierung. Einzelne Maßnahmen bringen Teilerfolge; erst das Zusammenspiel senkt den Pegel dauerhaft unter die 55-dB-Grenze. Der erste Schritt ist immer eine Messung der Nachhallzeit, um den Status quo zu kennen.
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